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Sanda / Sanda-Boxen / Sanshou

Ein rasanter und zugleich ästhetischer chinesischer Kampfsport ist das "freie Kämpfen", das Sanda-Boxen ( Sanda, Sanshou) aus China zu erwähnen, das auch eine sehr schöne und rasante Kampfsportart darstellt. Neben China, wo es Nationalsport ist, hat Sanda-Boxen auch in Russland eine außerordentliche Popularität erlangt hat. Seit langen Jahren hat sich Sanda mittlerweile weltweit verbreitet und etabliert. Im Fighters World wurde das Sanda-Boxen temporär immer wieder seit 1994 angeboten. Nun hat es in Kombination mit dem Kickboxen dauerhaft dreimal die Woche seinen festen Platz im Trainingsbetrieb des Fighters World Gym e.V. gefunden!

 

 

Interview 2005 von Dietmar Berg mit der Kung Fu Schule Berlin:

 

Über die Wettkampfdisziplin Sanda,

ein Interview mit Dietmar Berg, Präsident der
Wushu Sanda Organisation Deutschland (WSOD)

(Anmerkung der Fighters World Gym Redaktion: Die WSOD ist nicht mehr existent. Sanda wird zukünftig - ab 2018 - im Galabetrieb und im freien Amateurbetrieb durch die German Sandawang Organisation geleitet)


KFSB: Da einige Leser vielleicht nicht ganz genau wissen, was Sanda eigentlich ist, möchte ich Sie bitten, es kurz vorzustellen. Worum geht es beim Sanda?

D.Berg: Zuerst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, daß Sie mich zu dem Interview eingeladen haben und mir so die Gelegenheit geben, das moderne Sanda in seinen Erscheinungsformen etwas detaillierter vorzustellen.

Kommen wir zu Ihrer Frage: Sanda ist heutzutage eine sportliche Wettkampfdisziplin, die einen direkten Zweikampf zwischen zwei Athleten zum Inhalt hat, bei dem Arme, Beine und der Oberkörper zum Schlagen, Treten und Werfen eingesetzt werden dürfen. Historisch gesehen ist Sanda vor dem Hintergrund des traditionellen Kung Fu aus dem jahrhundertealten Leitai oder man sagte auch Buo-Ji entstanden, was wiederum Duellkämpfe ohne Schutzausrüstung betraf, die teilweise bis zum bitteren Tode geführt wurden.


      
Schriftzeichen Sanda und Leitai

 

Leitai bezeichnet dabei die Kampffläche, auf der früher gekämpft wurde und die eine Größe von ungefähr 10m mal 10m bei einer Höhe von 2,5m hatte und es war sicherlich nicht spaßig, dort heruntergestürzt zu werden, aber dazu später mehr.



Schriftzeichen Buo-Ji (in Piynin-Transkription Bo Ji)

 

Buo-Ji als Begrifflichkeit gibt einen Hinweis auf Kämpfe ohne (oder mit nur minimaler) Schutzausrüstung, so wie es eben bei Duellen unter Kung Fu-Kämpfern früher üblich war. Heutzutage gibt es in den verschiedenen Sanda-Disziplinen natürlich ausgefeilte Regelwerke und entsprechende Schutzausrüstungen, sowie Leistungsklasseneinteilungen, die das Verletzungsrisiko so gering wie möglich halten.

KFSB: Das klingt nach einer physisch und psychisch sehr anspruchsvollen Wettkampfsportart. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um mit Sanda-Training zu beginnen?

D.Berg: Nun ja, in quasi allen Sanda-Disziplinen wird Vollkontakt gekämpft. Nur für Einsteiger und Kids wird Sanda-Leichtkontakt (Qingda) angeboten, was man jedoch von den konditionellen Anforderungen her nicht unterschätzen sollte. Grundsätzlich sollte eine Person, die mit dem Sanda-Training beginnen will ein gutes und gesundes Herzkreislaufsystem besitzen und keinerlei ernsthafte Schädigungen an Wirbelsäule, Gelenken und Knochen aufweisen, das heißt also, es sollte eine exzellente Sportgesundheit vorhanden sein.



Schriftzeichen Qingda

 

Von den motorisch koordinativen Voraussetzungen her reichen durchschnittliche Anlagen, denn schließlich machen einen einhundertprozentigen Athleten 80 bis 85 Prozent Fleiß und Willen aus, gerade mal 15 bis 20 Prozent entfallen auf das sogenannte Talent, auch wenn es natürlich hilfreich ist, von diesen 20 Prozent möglichst viel mitzubringen! Physisch betrachtet fordert Sanda von einem Athleten eine gute Grundkondition, eine ausgeprägte Kraftausdauer und in gewissen Bewegungsmustern eine hervorragende Schnellkraft, und man muß natürlich physisch wie psychisch in der Lage sein, Treffer und damit unter Umständen Schmerzen wegzustecken.

Außerdem muß die psychische Standfestigkeit gut ausgeprägt sein, die man einfach braucht im Vorfeld eines Wettkampfes und auf dem Weg in den Ring, um die Kontrolle in ausreichenden Maßen über seine Emotionen zu behalten. Denn zu wissen, daß gleich ein anderer Fighter auf mich losgehen und er versuchen wird, mich ernsthaft und schmerzhaft zu schlagen, treten und zu werfen, belastet gerade zu Beginn einer Wettkampflaufbahn.

 

Hat man aber erstmal gelernt, mit der psychischen Belastung umzugehen und hat sich die nötigen körperlichen und technischen Eigenschaften antrainiert, dann macht Wettkampfsport sehr viel Spaß und man wird so schnell nicht wieder davon lassen.

KFSB: Lassen Sie uns darüber sprechen, wie man sich das reguläre Training eines Sanda-Kämpfers vorstellen kann. Ich denke, es wird sich wohl von den Trainingsmethoden traditioneller Stile unterscheiden, wo ja sehr viel Grundschule (Ji Ben Gong) und Form (Taolu) trainiert wird?


           
Schriftzeichen Ji Ben Gong und Taolu

 

Beginnen Sie bitte damit, uns zu beschreiben, wie das Training eines absoluten Anfängers aussieht und wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt.

D.Berg: Das Training eines absoluten Sanda-Anfängers beginnt mit der Ausbildung der Physis, was grob gesagt die Bereiche Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und allgemein motorisch koordinative Fähigkeiten betrifft. Parallel dazu wird für den sportlichen Sanda-Wettkampf ein obligatorisches Grundrepertoire an relevanten Schlag-, Tritt-, Clinch- und Wurftechniken, sowie relevanter Schrittschule trainiert, das bei allen Sanda-Kämpfern identisch ist.

In der Fortentwicklung des Trainings und der damit verbundenen Leistungsentwicklung des Sanda-Kämpfers steigt dann natürlich die Kombinationstiefe, das Distanzverhalten wird trainiert, schweißtreibende Pratzen- und Sandsackarbeit werden zum ständigen Begleiter. Daneben nimmt die Partnerarbeit einen breiten Raum ein, angefangen bei vollkommen vorgegebenen Bewegungsmustern, über halbfreie Übungen bis hin zum Modellsparring, freien Sparring und wirklich hartem Wettkampfsparring, natürlich immer unter Verwendung einer guten Schutzausrüstung.

Es wäre einfach dämlich, sich beim Sparring zu verletzen, nur weil man "ganz hart" auf ausreichendes Schutzequipment verzichtet. Was natürlich immer sehr, wirklich sehr wichtig bleibt, ist das unermüdliche Üben der Grundtechniken, denn gerade davon lebt ein Wettkämpfer, sollte er mal zu Beginn eines Fights nicht in den Kampf finden.

Hat ein junger Sanda-Kämpfer das Anfängerstadium überwunden, die Basistechniken des Sanda gemeistert, dann kann sein Meister oder Ausbilder anfangen den Kampfstil seines Schülers zu individualisieren und gegebenenfalls spezifische Bewegungsmuster oder strategisch-taktische Verfahren aus dem eigenen Kung Fu-Stil zu implementieren.


Sanda-Vollkontaktkampf, Meisterschaft in Herne

 

Von den Kampftechniken her sind da natürlich gewisse Limitierungen vorgegeben, einerseits durch die Schutzausrüstung, andererseits durch das Regelwerk, da schließlich manche Kung Fu-Techniken von einem echten Könner voll durchgezogen einfach zu schweren Verletzungen führen würden.

Man muß aber auch klar sagen, daß die Masse der Kung Fu-Praktizierenden nicht über diese außergewöhnlichen Fähigkeiten und Techniken verfügt, da sollte man sich nichts vormachen und einbilden, dafür wird einfach in vielen Kung Fu-Schulen zu wenig relevantes Kampftraining praktiziert. Und es dauert Jahre der harten Arbeit bevor in einem Gefecht, egal ob unter dem harten psychischen Druck einer Selbstverteidigungs- oder Wettkampf-Situation, Kung Fu-Techniken mit der nötigen Präzision und Kraft ausgeführt werden können.

KFSB: Sie haben von Limitierungen gesprochen, das heißt, es ist nur eine begrenzte Auswahl an Kampftechniken durch das Reglement erlaubt. Welche Techniken sind das ungefähr, können Sie die beschreiben? Sind beispielsweise Schläge mit Ellenbogen und Knie in allen Sanda-Kämpfen erlaubt?

D.Berg: Das Standardregelwerk nach IWUF erlaubt grob gesagt alle gängigen Box- und Kicktechniken inklusive Lowkicks sowie alle möglichen Würfe. Schläge mit Knie oder Ellenbogen, Finishen am Boden und noch einige andere relevante Techniken, die hier aber nur von untergeordnetem Interesse sein sollen, sind verboten.

Man könnte vereinfacht sagen, daß Sanda nach IWUF Kickboxen plus Werfen ist. In den Disziplinen Sanda Fullcontact und Sanda Freefight (Buo-Ji), die unter anderem von der World und European Sandawang Federation unterstützt werden und auf nationaler Ebene von der Wushu-Sanda Organisation Deutschland gepusht werden, ist der Einsatz von Knie und Ellenbogen, Armschlägen, Schulterrammstößen usw., sowie ein zeitlich eng limitierter Bodenkampf von 10 bzw. 15 Sekunden erlaubt.


Sanda-Profivergleichskampf "China vs. Deutschland" 2005

 

Im Sanda Fullcontact wird dabei mit Boxhandschuhen gekämpft und im Sanda Freefight mit Grapplinghandschuhen. Es gibt zwar noch andere Unterschiede, aber dies hier ist das Wesentliche. Beide Disziplinen werden im Übrigen im Ring und auf der Kampfplattform gekämpft. Ansonsten sind in allen Disziplinen des Sanda Angriffe gegen die Wirbelsäule, die Genitalien etc. und natürlich auch die Gelenke verletzende Attacken verboten.

Neben diesen zuletzt genannten, doch sehr harten Varianten, die es sowohl im Amateur- wie im Profibereich gibt, wird für Kinder, Jugendliche und Einsteiger die Disziplin Sanda Leichtkontakt, also das Qingda angeboten, was natürlich auch von Fortgeschrittenen weitergekämpft werden kann. Der Einsatz von Knie und Ellbogen unterbleibt hierbei.

Abschließend soll noch das Sanda Leitai erwähnt werden, das in vollem Kontakt unter Einsatz von Knie und Ellbogen mit Grapplinghandschuhen und Gesichtsschutz auf einer Kampfplattform gekämpft wird. Sicherlich auch eine gute Alternative für alle Fighter, die sich partout keine Schläge ins Gesicht und damit verbundene Blessuren leisten wollen. Diese Form des Sanda ist gerade in der Schweiz sehr populär.

KFSB: Wie sehen Ihre Erfahrungen mit deutschen Sanda-Kämpfern aus? Sie haben ja deutsche Wettkämpfer bei internationalen Turnieren begleitet, wie schlagen sich die Deutschen gegen die Konkurrenz?

D. Berg: Ende Mai dieses Jahres sind wir mit einem Dreimannteam plus zwei Betreuer zu einem Profivergleichskampf "China vs. Deutschland" nach China geflogen. Laut offizieller Aussage der dortigen Fernsehanstalt hatten wir in China und Teilen Südostasiens insgesamt eine halbe Milliarde Zuschauer! Da wir auf Profiebene innerhalb der Kung Fu-Szene quasi über keine Kämpfer von internationalem Spitzenformat verfügen, suchten wir Kämpfer aus der internationalen Topklasse des Thai- und Kickboxens.

So standen in dem Team für das Schwergewicht Thaiboxweltmeister Yahya Gülay aus Frankfurt, für das Leichtschwergewicht Andre Mewis aus Berlin, der schon Pencak Silat Weltmeister war und als Kyokushinkai- und Box-Profi und auch als Thaiboxer sehr erfolgreich war. Der dritte Mann im Bunde war Isa Topal aus Herne, der im Weltergewicht antrat. Er ist im Thaiboxen der Ranglisten-Erste im Muay-Thai Bund Deutschland gewesen, hat schon K-1 Max gekämpft und ist deutscher Meister in der ICBF im Chinese-Boxing gewesen und hatte als einziger der drei eine gewisse Sanda-Erfahrung.

Die drei chinesischen Gegner gehörten laut Aussage von Wulin Feng-Veranstaltungschef Mr.Wu zur "gehobenen" Klasse der Sandafighter in China, stellten jedoch seiner Aussage nach nicht die absolute Topkategorie der Sandaprofis in China dar. Zumindest der Chinese aus dem Weltergewicht hat schon mehrfach K-1 Max gekämpft und gehörte wohl zur ersten Kategorie.


Mr. Ma (Ma Zhutong), der Generaldirektor von Sandawang und Präsident der WPSF (World Professionell Sandawang Federation) und Dietmar Berg, Vorstandsmitglied der WPSF, Chef von Sandawang Europe und Präsident der Wushu Sanda Organisation Deutschland.

 

Was die Leistungen unserer Kämpfer an sich angeht, so bin ich auch im Nachhinein sehr zufrieden, auch wenn wir den Wettkampf insgesamt Zwei zu Eins verloren haben. Unter fairen Bedingungen hätten wir sicherlich klar mit Drei zu Null gewonnen, aber unsere "staatlich geförderten" chinesischen Freunde hatten es mit der Fairness nicht ganz so.

Topal machte den Eröffnungsfight, traf den Chinesen mit wirklich guten Treffern, kontrollierte ihn hervorragend. Dann nach gut zwei Minuten in einer Situation ohne Treffereinwirkung auf beiden Knien, tritt der Chinese nach, voll in das Genick des knienden Topal. Topal rappelte sich danach hoch und wurde daraufhin verwarnt, was ich hier gar nicht weiter kommentieren will! Den Rest des Kampfes war er dann mit weichen Beinen einfach chancenlos.

Der zweite Kampf wurde von Mewis bestritten, der in der ersten Runde so gar nicht in den Kampf fand und mehrfach geworfen wurde, weil er zu steif versuchte mit Eins-Zwei Führhand-Schlaghand direkt ohne Vorbereitung zu treffen. Aber in der zweiten Runde ging es los, Mewis konterte die Wurfversuche seines Gegners immer wieder mit harten Fäusten ab. In Runde drei setzte Mewis dann einen "Zauberkick", einen Halbsalto-Fersendrehschlag, der voll einschlug. Eigentlich hätte der Chinese ausgezählt und Mewis ganz klar zum Sieger erklärt werden müssen. Stattdessen bekam Mewis Gegner 1:40 Minuten Erholungszeit, man ließ ihn noch mal kurz den Kampf aufnehmen, um dann fix zum Rundenende den Gong zu schlagen. Punktsieg an China - was für eine Verarsche!

Im dritten Kampf zeigte Yahya Gülay dann, wie man einzig und allein in China gewinnen kann - durch K.O., anders geht es einfach nicht. Nach zwei guten ersten Runden holte Gülay in der dritten Runde den Hammer raus und schlug seinen chinesischen Kontrahenten mehrfach zu Boden bis dieser nach einer furiosen Schlußattacke gar nicht mehr aufstand und bedauerlicherweise ins Koma fiel, wo er auch noch neben seinem Partner vom Vorkampf nachts im Krankenhaus lag.


Sanda-Profivergleichskampf "China vs. Deutschland" 2005

 

So, jetzt habe ich eine sehr lange Antwort gegeben, fast schon einen Bericht. Ich möchte vielleicht noch sagen, daß die Topcreme der Chinesen momentan nicht einzuschätzen ist. Es sieht aber so aus, als wenn sie sich auf einer Augenhöhe mit den Topthailändern aus dem Muay-Thai bewegen.

KFSB: Nun ist ja die faire, regelkonforme Durchführung von Wettkämpfen und die korrekte Ermittlung von Sieger und Verlierer eigentlich Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Wettkampfsports überhaupt. Glauben Sie nicht, daß deutsche Kämpfer, die gern in China kämpfen würden, den Mut verlieren, angesichts der Schwierigkeiten, die Sie beschrieben haben?

D.Berg: Erstmal ist es ja so, daß sowieso eine jahrelange Ausbildung im Sanda mit vielen regionalen Wettkämpfen in Europa absolviert wird, bis ein Athlet oder eine Athletin in China kämpfen kann. Dieser Weg der Leistungsentwicklung, das Ausfeilen der Techniken, der körperlichen Konditionierung usw., sowie die Teilnahme an gut organisierten Wettkämpfen macht den Sanda-Trainierenden ja schon mal eine Menge Spaß und bringt auch viel Motivation mit sich.

Und in China selbst wird es immer sehr, sehr schwer sein einen Punktsieg einzufahren und je knapper desto schwieriger, zumal in China keine festen Regelwerke existieren. Die Regeln werden meistens immer erst vor Ort verhandelt - mal mit Knien und Ellbogen, mal mit eingeschränktem Bodenkampf, mal mit Schienbeinschonern usw., mal kann dies aber alles auch ganz anders sein.

Dies muß man, wenn man in China kämpft, einfach mit einer Portion Gleichmut hinnehmen, wenn es auch nicht immer leicht ist, daß man so manche Kröte schlucken muß. Aber nicht umsonst bemühen sich hier in Europa mittlerweile ein ganze Reihe erfahrener Leute mit einem großen Background in diversen Vollkontaktdisziplinen in wohlstrukturierten Verbänden dem Sanda und den diversen verwandten Disziplinen eine einheitliche Linie zu geben.

Und davon werden in den kommenden Jahren die Athleten und Athletinnen in Deutschland sehr profitieren. An führender Stelle dieser Bemühungen dürfen wir da vielleicht unsere Freunde aus der Schweiz vom Swiss Wushu Open, unsere Freunde aus Österreich und in Deutschland unseren eigenen Verband, die Wushu Sanda Organisation Deutschland nennen.

KFSB: Damit kommen wir zum letzten Punkt. Wie verbreitet ist Sanda in Deutschland? Wo und wie kann man sich über Trainingszentren in Deutschland informieren?

D.Berg: Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da Sanda in Deutschland vom Prinzip her noch in den Kinderschuhen steckt. In Norddeutschland unterrichtet in Rendsburg sehr kompetent unser Bundestrainer Michael Wolfsohn, in Bremen scheint sich Herr Meyer sehr um dieses Thema zu kümmern. In Berlin ist wohl Mario Pestel sehr aktiv. Im Süden wird wohl Andreas Garski im Sanda mitziehen. Und in NRW, im Ruhrgebiet ist unser eigener Club, das Fighters World Dojo in Herne der führende Sanda-Verein.

Es gibt aber viel mehr Clubs, die sich für Sanda interessieren. Bisher fehlte jedoch eine führende Organisation, die Kämpfe in regelmäßiger Folge und einem gut durchdachtem Regelwerk anbietet. Diese Situation hat sich nun ja in diesem Jahr massiv verbessert, seit die Wushu Sanda Organisation Deutschland ihre Arbeit aufgenommen hat.

Im Jahr 2006 wird es so auch das erste Mal vier Meisterschaften für die deutschen Abschnitte Süd, Nord, Ost und West geben und zum Jahresende hin eine Gesamtdeutsche Meisterschaft mit den Qualifikanten der vier Regionsmeisterschaften und den führenden aus den Ranglistenturnieren.

Wer Informationen dazu abrufen will, sollte einfach auf der Internetseite der WSOD unter www.wushu-sanda.org nachschauen oder uns einfach eine E-Mail an info@wushu-sanda.org schicken. (Anmerkung der Redaktion Fighters World Gym: Die WSOD ist nicht mehr existent. Sanda wird zukünftig - ab 2018 - im Galabetrieb und im freien Amateurbetrieb durch die German Sandawang Organisation geleitet)

Ansonsten möchte ich mich noch für das nette Interview bedanken und hoffe, daß 2006 viele neue Sanda-Interessierte den Weg zu diesem spannenden Kampfsport finden.

KFSB: Vielen Dank für das Interview!

 
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